Krisen

Liebe Leser,

ich habe mal wieder einen Telepolisartikel über den ich sprechen möchte. Die so genannte Eurokrise ist ja spätestens seit letzter Woche wieder im vollen Gange. Natürlich ist dies auch ein Problem des Euros, wie einem der Name suggerieren mag, allerdings ist die gesammte Krise durch viel grundlegendere Probleme ausgelöst worden.
Diese werden in dem Telepolisartikel wunderschön erklärt. Ich werde versuchen den Artikel bzw. die Problematik hier einmal kurz zusammenzufassen. Das gesamte (Welt)Wirtschaftssystem ist auf Krediten aufgebaut. Die Zentralbanken leihen das Geld den „normalen“ Banken, und diese erzeugen daraus Kredite für ihre Kunden. Dabei müssen sie ja bekanntermaßen nur einen winizigen Teil dieser Kredite mit Bargeld absichern. Der Rest wird einfach so erzeugt. Das alleine ist eigentlich schon sehr riskant und nicht wünschenswert. Aber das ist nochmal ein anderes Problem. Das eigentliche Problem allerdings ist der Zins, der noch auf diese Kredite gezahlt werden soll. Woher soll dieses Geld kommen? Wir erinnern uns: Die Zentralbank hat 100 Einheiten auf den Markt geworfen, die Banken daraus 100.000 gemacht, und dazu wollen sie nun noch Zinsen haben, sagen wir 110.000. Woher soll das kommen?
Global gesehen kann das Ganze nicht funktionieren, oder nur so lange, wie die Zentralbank immer weiter Geld in das System einspeißt.

Der Artikel spricht solch grundlegende Probleme endlich einmal offen an. (Bis jetzt fand man diese Denkweise eher in Videos, wie Zeitgeist). Naja , offen. Der Telepolisleser ist wahrscheinlich noch eine leichte Rarität, es wird wohl leider noch einmal ein paar Jahre dauern, bis andere Medien auch so darüber schreiben werden.

Aber diese Debatte muss geführt werden. Ich möchte nicht in einem System leben, welches durch diese Mechanismen exponentielles Wachstum benötigt, und in dem ich einen Großteil meiner Arbeit für die Zinsen anderer Leuter verrichte.

Einen Lösungsansatz scheint Silvio Gesell ja schon in den 1920er Jahren geliefert zu haben. Dieser sollte noch einmal weiter diskutiert werden. Aber evtl. stehen die Zeichen ja doch ganz gut, wenn jetzt schon der IWF von Vollgeld redet.

In diesem Sinne möchte ich mit einem Zitat von Silvio Gesell schließen:

„Trotz des heiligen Versprechens der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz der Rufe der Millionen: »Nie wieder Krieg!«, entgegen all den Hoffnungen auf eine schöne Zukunft, muss ich sagen: Wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaft, beibehalten wird, so wage ich es, heute zu behaupten, dass es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg stehen!“

(Das Zitat ist von ca. 1920)

Literatur:

http://www.heise.de/tp/artikel/38/38847/1.html

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